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WIR IN DER PRESSE

Bereitschaftspraxen werden weiter gefördert

Auch in der Bereitschaftspraxis in Scheßlitz atmet man auf. Foto: Ronald Rinklef


Nach langem Bangen und Verhandeln bestätigte das Gesundheitsministerium die gute Nachricht:
Die Förderung für die Bereitschaftspraxen ist für 2018 sicher.


Die frohe Kunde kam in Raten. Zunächst hatte die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) auf ihrer Homepage verkündet, dass die im organisierten Bereitschaftsdienst für die beiden letzten Quartale vereinbarte Förderung "bis auf Weiteres" erhalten bleibe. Auf unsere Nachfrage beim bayerischen Gesundheitsministerium verkündet dann Ministerin Melanie Huml (CSU) die Nachricht, die nicht nur in den Bereitschaftspraxen in Bamberg, Burgebrach und Scheßlitz für große Erleichterung sorgen dürfte: "Ich habe mich gefreut, dass sich die Beteiligten auf eine Regelung für das gesamte Jahr 2018 verständigen konnten, um die Bereitschaftsdienstversorgung unter anderem durch Bereitschaftspraxen weiter zu fördern. Und ich bin zuversichtlich, dass es den Selbstverwaltungspartnern auf Basis dieser Einigung gelingen wird, die Finanzierung der Bereitschaftsdienstversorgung auch in Zukunft zu sichern." KVB und Bayerische Krankenhausgesellschaft bleiben jedoch noch zurückhaltend, da die dreiseitigen Verhandlungen, an denen auch die Krankenkassen beteiligt sind, noch nicht beendet seien. Wie Eduard Fuchshuber, Pressesprecher der Krankenhausgesellschaft, mitteilt, "laufen die Gespräche konstruktiv weiter".

Im Herbst hatte ein monatelanges Ringen um die Zuschüsse begonnen, ohne die der Fortbestand der Bereitschaftspraxen gefährdet gewesen wäre. Zur Mitteilung aus dem Gesundheitsministerium sagt Dr. Georg Knoblach, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Bamberg: "Das ist sehr gut." Er ist überzeugt, dass dieser Durchbruch nicht ohne die Berichterstattung auf infranken.de und im Fränkischen Tag sowie das Engagement von Abgeordneten und Kommunalpolitikern hätte erreicht werden können.


Die Bereitschaftspraxis ist Vorbild in der ländlichen Versorgung

Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB und Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss,
hat die Bereitschaftspraxis Scheßlitz besucht.

Prof. Dr. Andrew Ullmann (MdB und Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschusss),
Dr. Manfred Schöler (Chefarzt der Inneren Medizin in der Juraklinik Scheßlitz und Stell. Vorsitzender Gesundheitsnetz Jura eG), Dr. Wolfgang Steinbach (Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Gesundheitsnetz Jura eG) sowie Stefan Wolf (Bezirks- und Kreisvorsitzender Junge Liberale) (von rechts nach links)

Diese steht erneut vor einem Aus, würden die Pauschalen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), wie angekündigt, am Ende dieses Quartals auslaufen (siehe Infobox). "Weshalb sollten bestehende und funktionierende Strukturen aufgrund zentraler Regelungen aufgelöst werden?", fasste Prof. Andrew Ullmann die derzeitige Lage der Bereitschaftspraxis zusammen.
Dr. Wolfgang Steinbach, Vorsitzender des Gesundheitsnetz Jura eG und Allgemeinmediziner erläutert: "Wir haben eine interne Kalkulation durchgeführt und versuchen unser derzeitiges Kostenbudget um einen Euro zu senken. Aber langfristig können wir damit nicht arbeiten. Dabei versuchen wir die Bereitschaftspraxen vor Ort zu sichern, unter anderem durch eine Fusion mit den Kollegen der Ärztegenossenschaft Steigerwald in Burgebrach zur Kostenreduzierung."

Als Gesundheitspolitiker und Universitätsprofessor für Infektiologie kennt Andrew Ullmann die Problematik. "Zentrale Vorgaben dürfen bereits gut funktionierende, regionale Versorgungsstrukturen nicht zerstören. Die Bereitschaftsdienstreform der Kassenärztlichen Vereinigung mag zwar in unterversorgten Gebieten wichtig und richtig sein, aber sie behandelt alle gleich. Dabei ist Scheßlitz mit einem sektorenübergreifenden Ansatz modern, wirtschaftlich tragfähig, patientenorientiert und vor allem gut für die Zukunft aufgestellt. Regionale, funktionierende Lösungen müssen immer Vorrang vor verpflichtendem Zentralismus haben", positioniert sich der Bundestagsabgeordnete. Mit dem Bezirks- und Kreisvorsitzenden der Jungen Liberalen Stefan Wolf diskutierte er außerdem über Fragen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Vorstände des Gesundheitsnetzes berichteten, dass Scheßlitz mit einem einheitlichen Patientenverwaltungsprogramm (und der Möglichkeit als niedergelassener Arzt auf das Heimische zuzugreifen) Vorreiter in vielen Bereichen ist. "Viele Kollegen, Vertreter verschiedener Verbände und der Kassenärztlichen Vereinigung haben unsere Praxis besucht und das innovative Konzept für ihre Versorgungsstrukturen vor Ort kopiert. Dennoch steht dieses  erfolgreiche Pilotprojekt nun vor dem Aus“, bilanziert Dr. Wolfgang Steinbach.

Der Stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsnetzes Jura eG und Chefarzt der Inneren Medizin in der Juraklinik Scheßlitz Dr. Manfred Schöler ergänzt: "Wenn die Leistungen der Kassenärztlichen Vereinigung wegfallen, können wir die Praxis nicht mehr finanzieren. Das wäre ein Qualitätsverlust in der Versorgung und die Notfallambulanzen der Krankenhäuser würden aus allen Nähten platzen." Der Chefarzt ist auch sichtlich über die Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung verärgert: "Es sind nur noch wenige Tage bis das Quartal ausläuft und man lässt uns über das weitere Vorgehen im Ungewissen. Dabei haben wir auch Kündigungsfristen und Verträge einzuhalten." Der Bezirksvorsitzende der Jungen Liberalen Stefan Wolf, welcher den Termin vermittelt hat, äußert sich besorgt. "Ich kenne die Bereitschaftspraxis noch von früher, als mein Vater als Hausarzt tätig war. Darum ist es mir ein besonderes Anliegen bei Problemen vor Ort zu agieren und mein Möglichstes zu tun. Aus diesem Grund habe ich auch im Wahlkampf als Bundestagskandidat das Thema Gesundheitspolitik ins Zentrum gestellt“, erläutert der Psychologieabsolvent.
Prof. Ullmann wird sich auch weiterhin für den Erhalt funktionierender Strukturen einsetzten: "Eine solche Bereitschaftspraxis leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Landarztquoten und höhere Medizinstudentenzahlen sind kein Allheilmittel, sondern der ländliche Raum muss für Ärzte attraktiver werden. Neben Infrastrukturmaßnahmen können solche Bereitschaftsmodelle dabei helfen."

Infobox:
Die Ärztegenossenschaft Gesundheitsnetz Jura eG, welche die Bereitschaftspraxis Scheßlitz betreibt, existiert seit 2009. Derzeit haben sich 46 niedergelassene Hausärzte, Internisten und Klinikärzte dem Verbund angeschlossen. Die etwa 65.000 Bewohner im östlichen Landkreis Bamberg können sich in der Bereitschaftspraxis auch außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte behandeln lassen, sowohl von ihren örtlichen Ärzten wie auch von Pool-Ärzten. Die Praxis finanziert sich vor allem durch die Behandlungspauschalen (7,00€/Fall) und die Förderungspauschale der Bereitschaftspraxen von 5,00€/Fall der Kassenärztlichen Vereinigung. Beide Pauschalen drohen zum Ende des Quartals nicht weiter ausgezahlt zu werden.


Interview für die Netzbroschüre des KVB

25. April 2017:

Das Gespräch führte der Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Steinbach
zum Thema Anerkennung als Praxisnetz durch die KVB.

Das gesamte Gespräch steht als PDF zum Download bereit!


PROFIL/INTERVIEW MIT DR. STEINBACH


EINE ANLAUFSTELLE IM NOTFALL

FT/Die Einweihung der Bereitschaftspraxis am 12. Januar 2011


Um 16:00 Uhr hat die Bereitschaftspraxis offiziell am Mittwoch, den 12.01.2011 ihre Türen zur Patientenversorgung geöffnet, doch bereits 20 Minuten vorher stand der erste Patient im Anmeldebereich.
Dr. Andreas Beyer aus Stullendorf war an diesem Mittwoch der erste Dienstarzt, der in der neuen Bereitschaftspraxis die Versorgung der Notfallpatienten durchführte. Souverän haben er und die engagierten Mitarbeiterinnen diese Aufgabe gemeistert. Selbst die Anwesenheit eines Reporterteams des fränkischen Tags konnten die medizinische Fachangestellten und den Arzt nicht aus der Ruhe bringen.
Alle Patienten, die in der ersten Betriebswoche in die Bereitschaftspraxis kamen wurden, meist mit nur geringer Wartezeit, behandelt und konnten die Praxis mit einem medizinischen Ratschlag zur baldigen Genesung oder einem Rezept wieder verlassen.
Die frische und freundliche Atmosphäre in den Räumen wird von Patienten wie von Mitarbeitern sehr positiv empfunden, lockert dadurch die Stimmung und mindert die Angst vor Diagnose und Behandlung. So konnten in der ersten Betriebswoche bereits über 150 Notfallpatienten behandelt werden.
Im Frühling werden auch die Bauarbeiten im Außenbereich abgeschlossen sein und, besonders für die gehbehinderte Patienten, sechs Kurzzeitparkplätze direkt an der Bereitschaftspraxis zur Verfügung stehen.


FRÄNKISCHER TAG BAMBERG


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